idee

Eine Austellung über Wagenburgen und Rollheimer in der Vergangenheit und Gegenwart auf dem Gebiet des Bezirksamtes von Friedrichshain-Kreuzberg


Geplante Eröffnung am 30. August 2008 zur langen Nacht der Museen. Das Interesse dieser Ausstellung ist im Wesentlichen ein historisches und topografisches. Darüber hinaus sollen aer auch kulturelle Besonderheiten dargestellt werden. Seit dem Ende der 80er Jahre gab es im Verlaufe der Geschichte und an unterschiedlichen Orten folgende Wagenburgen und Rollheimer: Köthener Straße, Waldemarplatz, Kinderbauernhof, X-Dorf (Mariannenplatz), Schwarzer Kanal, KØPI, Skalitzer Straße, Lohmühlenstraße, East-Side-Gallery, Am Friedrichshain, Hänger & Laster (Revaler Straße), Convoy (Rigaer Straße), Fips (Ostkreuz), Wuhlheide, Wopside, Neukölln, Karow… Alle diese Ansammlungen und Gruppen Überresten der Mauer entlang der Mühlenstrasse und der Spree lag, war von ihnen am bekanntesten. Innerhalb der Wagenburgen finden die BewohnerInnen freiwillig oder notgedrungen mit wenig Komfort ihr Auskommen. Im Gegenzug erlaubt dies ihnen einen Lebensstil, der am besten zu ihnen passt und der ihre Unabhängigkeitswünsche erfüllt.

Kreuzdorf

Die Wagenburg ist ein Raum, wo jeder und jede mit seinen und ihren eigenen Verantwortlichkeiten konfrontiert wird. Sie regt daher zum Nachdenken an, was in einigen Fällen als eine Art meditativer «Rückzug in die Wüste » verstanden werden kann. Die Mitbürger, die auf der anderen Straßenseite in traditionelleren Wohnungen und Häusern leben, mögen sich manchmal veranlasst fühlen, diese Lebensweise müßiggängerisch und kontraproduktiv zu finden. Aber diese schnelle Urteile werden relativiert, wenn man sie mit den Strukturen des alternativen Lebensstils der Wagenburg konfrontiert. So fällt auf, dass diese Ansiedlungen ihre eigene besondere Organisation und ihre Regeln haben und dass Menschen der verschiedensten Hintergründe letzten Endes erfolgreich zusammenleben und einander respektieren. Sie haben Jobs oder verfolgen ihre Studien, einige erziehen Kinder. von Menschen, die in Wohnwagen, Lastwagen und Bauwagen leben und verschiedene Hintergründe besitzen, sollen im Saal der vorübergehenden Ausstellungen des Museums , dargestellt, dokumentiert und gezeigt werden. Diese Ansammlungen sind von halbnomadischer Natur. Sie kamen und gingen und einige können heute immer noch beobachtet werden. Nach der Wende von 1989 siedelten sie insbesondere im ehemaligen Niemandsland und dienen seit einigen Jahren als Treffpunkte für mehrheitlich junge Frauen und Männern. Die Wagenburg der East-Side-Galery, die hinter den Überresten der Mauer entlang der Mühlenstrasse und der Spree lag, war von ihnen am bekanntesten. Aber um das Wesen des Geistes der Wagenburgen einzufangen, muss man vor allem die hochentwickelte Mischung von Kulturen zu erkennen wissen, die von darstellenden KünstlerInnen (MusikerInnen, SchauspielerInnen, TänzerInnen, etc.) SchmiedInnen und MechanikerInnen getragen wird, die neo-hippy sowie Oi/Metal/Harcore-Punk- und sogenannte Travellers-Einflüsse aufweisen. Flüchtigkeit und Wandelbarkeit strukturieren den Austausch und spezifische Identität des Alltags. Es ist schwierig zu begreifen, dass diese Ansiedlungen, obwohl sie öffentlich oder ohne Tore und Türen nach außen geöffne scheinen, eigentlich Orte mit einer Privatsphäre sind, die man wie jede andere respektieren muss und deren BewohnerInnen in Ruhe gelassen werden möchten. In diesem Sinne sollte der Friedrichshain-Kreuzberg mit seiner Tradition der Gastfreundschaft und der vielfältigen Migrationen seine Toleranz und Fremdenfreundlichkeit gegenüber den Wagenburgen beweisen. Dieser Alternativkultur ist bislang noch kaum auf diese Weise begegnet worden.

Was soll auf der Ausstellung gezeigt werden?

* Ein historischer Plan von Friedrichschain-Kreuzberg, der die Orte der Wagenburgen in der
Vergangenheit und Gegenwart ausweist.
* Schautafeln mit Informationen über die Ankunft und Errichtung der verschiedenen
Ansiedelungen.
* Fotografien von Ansiedlungen.
* Fotografien der verschieden Wagenarten (Last- und Bauwagens) sowie einige der
Konstruktionen, die zum Wagen hinzugefügt worden sind: Terrassen, Windfänge, Schuppen
oder Werkstätten.
* Ein Videofilm wird speziell für die Asstellung aufgenommen. Er wird aus Interviews von
Rollheimern bestehen, die dokumentieren, wie sie mit den Wagenburgen in Kontakt kamen
wurden und welche Weltanschauung sie hatten bzw. unter dem Einfluss ihrer Erfahrungen
bekommen haben. Damit werden die Lebensgeschichten in den eigenen Worten ihrer
ProtagonistInnen und an Originalschauplätzen dargestellt. Der Film wird auch diejenigen
einschließen, die in der Vergangenheit in den Wagenburgen gelebt haben und natürlich auch
denjenigen, die noch heute dort leben. Er wird dem Archiv für alternatives Leben am Institut
für Europäishche Ethnologie zu Berlin als Forschungsdokument gestiftet werden.
* Gegenstände, die an der Kultur der Wagenburg teilnehmen, werden augestellt
(Möbelstücke, Haushaltsgegenstände, Stoffe, Schmuck), um eine didaktische Umgebung des
Alltagslebens zu schaffen. Es wird auch erwogen, einen Teil des Interieurs eines
Wohnwagens wieder aufzubauen und die Struktur eines Feuerplatzes als Versammlungsort zu
inszenieren.
* Einige Kunststücke, die auf den Wagenburgen während der Jahre geschaffen wurden
(Skulpturen, Malerei und Graffiti, Zeichnungen, Flyer, Plakate, Fanzines, Fotografien von
Tätowierungen…), werden auch gezeigt, eingerahmt oder unter Vitrinen ausgestellt.
* Ein Loop könnte außerdem eine Musikumgebung in der Ausstellung herstellen. Er
würde aus einer Auswahl an Hörproben von in Wagenburgen beliebter Musik
bestehen. (In Abhängigkeit von GEMA-Rechten).

East Side Gallery

«WAGENBURG!IM LAUF DER ZEIT!»!


An exhibition on the wagenburgs and rollheimers who occupied or are still to be seen in the Bezirksamt of Kreuzberg-Friedrichshain and their connections with all the other settlements in Berlin.
Opening scheduled on saturday August 30th, 2008
(Berliner lange Nacht der Museen)
The purpose of this exhibition is essentialy historical and topographic. But eventually it will also point out some specificities of the culture depicted.

Since the end of the 80’s, thru history and space, the diverse occupations/establishments of wagenburgs and rollheimers on Waldemar Platz, East-Side Gallery, Lohmühlenstrasse, Köthener Strasse, Postdamer Platz, Am Friedrichshain, X-Dorf-Mariannen Platz, Kinderbauernhof, Schwarzer Kanal, Kopi, Los Fabulosos, Fipps, Revaler Strasse, Rigaer Strasse, Karow, Engelbecken e.v. ,Wuhlheide, Leinestrasse… all gatherings and groups of population from diverse origins living in caravans, trucks and bauwagen, will be approached, documented and displayed in the temporary exhibition room of the museum. Those gatherings are of semi-nomadic nature. They came and went, and some remain still to be seen today. After the fall of the Wall in 1989, they particularly invested diverse spaces from the ex-no man’s land and, for some years, they served as gathering points for a population of mostly young women and men. The wagenburg of East-Side Gallery situated behind the remains of the wall along the Mühlenstrasse and the Spree was the most notorious among them.
Inside the wagenburgs, wether by own choice or necessity, people live and make do with less comfort, but in exchange of what suits them best and fulfill their hopes of independance. The wagenburg is a space where everyone is confronted to its own responsabilities and therefore can aptly meditate in what could be, in some cases, understood as a kind of «!retreat to the desert!».

The neighbours, who leaves accross the street with homes and family, may find sometimes idle and conterproductive that way of living. But quick judgments fall short when confronted to the complex structures of the alternative lifestyle of the wagenburgs. One discover that those settlings have their own particular organisation and rules. People of the most diverse backgrounds succeed finally rather well at living together and respecting each other. They have jobs or pursue their studies, some raise a family too.

The complexity of any approach of the wagenburgs consists mainly in the understanding that the space occupied seems public, left in the open with no gates or doors, but this space is in fact a private sphere that should be respected and left in quiet like any other. Wagenburgs need only to refer to the local authorities to come to an agreement concerning the possibility of their stay.
What is going to be seen at the exhibition!?

* An historical plan of Kreuzberg-Friedrischain and Berlin indicating the situation of thewagenburgs (Past and present).

* Installations explaining, with datation, the aspects and specificities of the diverse settlements. Those presentations, by ways of panels or sculptures, will be under the responsibility of each wagenburg who will then decide to show what is best to tell about its own identity and culture.

* Photographs of those places.

* Photographs of the different types of caravans encountered and of some of the constructions that have been added to them!: terraces, shelters, shacks or workshops.

* Photographs of the people!: it will consist in a selection of some images done by professionnal or press photographers but also those taken by the wagenburgern themselves.

* Video films made by the different wagenburgs as archive or own artistic creations. Extracts of documentary films that have been made on the wagenburgs of Berlin or who use the culture as background.

* A video documentary film will be especially produced for the exhibition. It will consist in interviews of wagenburgern, documenting on how they got involved and what kind of weltanschauung each one has from the experience.. Stories of life will then unfold, each one with her/his own words in the environement of the place where they stay or inside their caravan, will leave here a kind of testimony, saved as a document for archives.

* Display of objects participating in the culture of the wagenburg (Pieces of furniture, pieces of household, clothes, jewelry…)

* Art pieces that have been produced on the wagenburg along the years (Sculptures, paintings and graffiti, drawings, posters, flyers, fanzines, photographs of Tatoos…)

* A musical environement by way of a loop with a selection of musics.

* A catalogue is going to be printed for the occasion. It will show some of the documents selected and exhibited by the different wagenburgs.



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